Ein Hinweisschild auf den Verein »Impuls« in einem Vorgarten.
Hier geht es zu »Impuls«: Ein Hinweisschild neben dem Eingang vom Verein. Bild: VA / hohwisch.de

Angefangen hat alles im Januar 1984 in der Hastedter Heerstraße 48. Dort hat Inge Deppert den Verein Impuls, das heutige Zentrum für gesunde und künstlerische Bewegung, ins Leben gerufen und gegründet. »Es gab einen kleinen Raum, Umkleideräume, Duschen, einen kleinen Aufenthaltsraum und ein Büro«, erinnert sich die Diplom-Pädagogin und ehemalige Leistungssportlerin. »Ich habe ganz klein angefangen. Sportstudent:innen und Lehrkräfte haben mir dabei geholfen«, beschreibt Deppert die Anfänge. Aktuell arbeiten 30 Lehrkräfte beim Verein; sie alle sind Honorarkräfte. Zusätzlich sind noch drei Angestellte für die Bereiche Buchhaltung, Organisation und Werbung tätig.

Inge Deppert wurde 1941 in Schlesien geboren und hat 1960 ihr Examen zur staatlich geprüften Sport- und Gymnastiklehrerin abgeschlossen. Neun Jahre war sie als Sportlehrerin an Grund- und Hauptschulen in Niedersachsen tätig. »Als wissenschaftliche Mitarbeiterin habe ich von 1970 bis 1978 am Institut für Leibeserziehung an der Freien Universität Berlin gearbeitet«, beschreibt Deppert ihren Werdegang. Später hat sie eine Ausbildung von Übungsleitern beim Verein für Turnen und Freizeit (VFT) in Hamburg geleitet. Und dann war sie vier Jahre als Lehrbeauftragte an diversen Universitäten, überwiegend in Oldenburg und Bremen tätig. »1981 bin ich dann durch meinen Lebensgefährten nach Bremen gekommen.«

Den Namen »Impuls« habe Deppert mit Sportstudenten zusammen entwickelt. »Wenn man jemanden anstößt, bekommt er oder sie einen Impuls, sich zu bewegen. Impuls steht für weitere Bewegungen, etwas anzustoßen, in Bewegung zu setzen.« So arbeitet der gemeinnützige Verein Impuls e.V. daran, Menschen jeder Alters- und Leistungsstufe die Freude an gesunder und kreativer Bewegung zu vermitteln.

Am 1. Mai 1990 ist der Verein umgezogen in die Fleetrade 78 – die ehemalige Hastedter Rock- und Kleiderfabrik. »Bis zu 30 Schneiderinnen haben hier mal gearbeitet. Es gab unter anderem Zuschneidetische, Nähmaschinen, Bügeltische, eine Buchhaltung und einen Empfang«, erzählt Deppert. Danach erfolgte der Umbau für das jetzige Impuls-Gebäude. Fußboden, Heizung, Fenster, Elektrik, sanitäre Anlagen etc. seien erneuert worden, so Deppert. »Wir haben alles selber bezahlt und aufgebracht. Öffentliche Gelder haben wir nicht bekommen.«

Über die Jahre hat der Verein sein Ausbildungs- und Kursangebot stetig entwickelt und ausgebaut. Heute bietet Impuls eine Berufsfachschule, eine Fachschule, ein Institut für berufliche Fortbildung und ein breites Angebot von Tanz- und Gesundheitskursen sowie Projekte in Betrieben und Schulen an.

Seit Kurzem trägt das neue Aufstiegs-Bafög dazu bei, dass die Ausbildungskosten der Fachschule für Bewegungstherapie bei bestandener Prüfung zu 75 Prozent übernommen werden und ein Unterhaltsgeld von bis zu 892 Euro gezahlt wird. Das bedeutet, dass sich Interessierte eine Ausbildung jetzt eher leisten können. Überdies gibt es einen Zuschuss für Kinder und für Alleinerziehende sowie noch dazu Kinderbetreuungsgeld. Das begrüßt Roland Klein, Vizepräsident des Behindertensportverbandes Bremen und dort zuständig für Bildung und Reha-Sport: »Dieser Zuschuss ist ein wesentliches Element der Wertschätzung und Anerkennung einer hoch qualifizierten Ausbildung durch den Staat und ermöglicht somit einem größeren Personenkreis eine Ausbildung.«

Die Fachschule von Impuls bietet eine 2-jährige Ausbildung zur Gesundheitssportpädagog:in und Bewegungstherapeut:in mit staatlichem Abschluss an. Spätere berufliche Einsatzbereiche können unter anderem Kurkliniken, psychosomatische und psychiatrische Kliniken wie auch Senioreneinrichtungen, Fitness- und Tanzstudios sowie Ganztagsschulen und Kindertagesstätten sein.

Zudem hat Impuls auch eine Berufsfachschule mit einer zweieinhalbjährigen Ausbildung mit einem staatlichen Abschluss zur Bewegungspädagog:in für Gymnastik, Tanz und Sport (Gymnastiklehrer:in). Bewegungspädagog:innen werden überall dort gebraucht, wo gesunde und kreative Bewegung fundiert vermittelt werden soll. Mögliche Einsatzbereiche können in der Gesundheitsförderung/Prävention, in Sportstudios, in Turn- und Sportvereinen sowie im Tourismus sein.

»Darüber hinaus bieten wir Fortbildungen für Lehrer, Erzieher, Therapeuten für Tanz und Gesundheit an«, erklärt Inge Deppert.

Das Sportprogramm bei Impuls umfasst sehr viele unterschiedliche Kurse: Von Gymnastik, über Zumba, Lungensport und Yoga bis hin zu Tanz und Ballett. »Da ist für jedermann und -frau etwas bei. Es kommen viele Kinder und auch Senioren zu uns«, erklärt Deppert.

Die 13-jährige Sophie aus Kattenturm besucht einen Tanzkurs. Bild: Wiebke Helmert

Sophie (13) aus Kattenturm besucht jeden Mittwochnachmittag einen integrativen Tanzkurs. Seit einem Jahr tanzt sie bei Impuls. »Wir üben verschiedene Tänze und unterschiedliche Figuren, mal hintereinander oder in der Reihe. Dann üben wir auch afrikanische Tänze«, erzählt Sophie. Tanzen sei für sie ganz gut, weil sie gerne auf unterschiedliche Art und Weise tanze, sagt sie. »Ich mag etwas, was mit Tanzen zu tun hat. Es tut mir sehr gut.« Ihre Tanzgruppe ist gemischt, Jungen und Mädchen tanzen zusammen. Sie freut sich schon immer auf die Stunde, sei danach aber auch immer etwas kaputt. Ihre Mutter Wiebke Helmert ist begeistert, dass ihre Tochter bei Impuls den Kurs besucht: »Sophie ist danach immer sehr entspannt und ausgeglichen. Die Kursleiterin ist sehr geduldig und freundlich. Für die Körperwahrnehmung, das Körpergefühl und das Selbstbewusstsein ist so ein Tanzkurs ganz wichtig.« Vor drei Jahren habe sie durch die Zeitung von diesem Angebot erfahren. Und mit einem Ferienprogramm ging es dann los. Sophie mag alle Tänze gerne. »Es gibt aber auch komplizierte Tänze mit komplizierter Musik. Dennoch ist Tanzen etwas Schönes«, sagt sie.

Für Bremen habe der Verein Impuls eine enorm wichtige Bedeutung, meint Roland Klein: »Es gibt in Bremen seit vielen Jahren kein Sportstudium mehr, dies wurde neben diversen anderen Studiengängen wie z.B. Behindertenpädagogik zu Gunsten anderer ›bedeutenderer‹ Studiengänge geopfert. Bei Impuls werden die so dringend benötigten Fachkräfte für die unterschiedlichen Bedarfe in Kindergärten, Schulen, Vereinen und Kliniken ausgebildet, und sie sind gesuchte Mitarbeiter für diese Institutionen.«

Überdies ist Impuls auch eine kulturelle Institution und ist zum Beispiel mit der Sommerbühne beim Hemelinger Rathaus vertreten, beim Open Air Festival »Sommer Summarum« oder auch beim »Hemelinger Neustart«.

Weitere Informationen gibt es bei Inge Deppert, telefonisch unter (0421) 44 19 99, per Mail an: deppert@impuls-bremen.de oder auf der Homepage www.impuls-bremen.de.

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4 Kommentare

  1. Vielen Dank, für den Impuls Einblick. Sehr interessant und vielleicht für viele wichtig zu erfahren. Herzliche Grüße Karsten Schlötke.

  2. Vielen lieben Dank für den Artikel über ‚Impuls‘. Sehr gelungen beschrieben! Ich war vor 30 Jahren dort aktiv…da bekommt man wieder Lust zum Tanzen! Klasse!

  3. Ich habe, für wahr, nichts besseres finden können an Reha-Sport in den letzten 11Jahren.
    Gemeinsam, schön abgelenkt durch Gespräche in Gemeinschaft, haben wir für alle unsere Beschwernisse Gutes getan .
    Dehnübungen, Koordinationsübungen, Kräftigungsübungen.
    Leider verlässt uns nun die hochspezialisierte Physiotherapeutin, um feste Stelle anzunehmen. Mal sehen, was folgt.

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