Eine Kopfsteinpflasterstraße. Auf der Fahrbahn und dem Seitenstreifen parken Autos.
Statt Kopfsteinpflasterung soll hier eine asphaltierte Fahrradstraße entstehen: Der Alte Postweg im Osten Hastedts. Bild: THG / hohwisch.de

Schneller, sicherer und entspannter soll das Radfahren werden. Das ist das Ziel der Fahrrad-Premiumrouten, die schon seit einigen Jahren vom Bremer Senat geplant sind und nun Schritt für Schritt umgesetzt werden. Neben dem viel diskutierten Wallring ist auch eine Strecke entlang der Weser, von Farge über die Innenstadt bis nach Mahndorf ein vorrangiges Projekt, die Route D.15.

Ein Teil der Strecke führt auch durch Hastedt. Von der Innenstadt am Osterdeich kommend, wird ein Fahrradtunnel unter der Hastedter Brückenstraße diskutiert. Weiter geht es parallel zum Hastedter Osterdeich. Zwischen Wehrschloss und Kraftwerk Hastedt ist der Radweg bereits auf Premiumrouten-Niveau ausgebaut. Der Ausbau zwischen Kraftwerk und Pfalzburger Straße soll in der zweiten Hälfte dieses Jahres beginnen. Dann führt die Route über die Föhrenstraße in den Alten Postweg, zum Ahlringtunnel/Ahlringstraße und weiter in Richtung Coca-Cola-Gelände und Hemelinger Bahnhofstraße.

Besonders im Fokus steht im Augenblick der Ausbau des Alten Postwegs und der Föhrenstraße, wozu das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) drei Planungsvarianten vorsieht. Der Blick ist dabei gerichtet auf die Abschnitte Föhrenstraße bis Quintschlag und Quintschlag bis Grenzpappel. Vorgestellt wurden die drei Entwürfe jüngst bei einer virtuellen Anwohnerversammlung. In allen Varianten soll der Alte Postweg, derzeit noch eine Kopfsteinpflasterstraße, asphaltiert und in eine Fahrradstraße umgewandelt werden.

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Die Variante 1 sieht vor, dass ein abschnittsweises Parken auf der Fahrbahn ermöglicht und sogenannte Begegnungszonen für Fahrzeuge und Fahrräder geschaffen werden. Zudem sollen breitere Gehwege entstehen. Allerdings würden rund 25 % weniger Autoparkplätze zur Verfügung stehen, das Risiko für Falschparker steigen und es könnte dort, wo auf der Fahrbahn geparkt wird, zu gefährlichen Begegnungen kommen.

Nach der zweiten Variante soll auf dem Alten Postweg zwischen Föhrenstraße und An der Grenzpappel eine Einbahnstraßenregelung gelten. Außerdem soll beidseitiges Parken möglich sein. Nach diesem Entwurf kommt es zu keiner Störung im Verkehrsfluss. Nachteilig ist die Tatsache, dass der Gehweg schmaler (1,80 m/1,90 m auf Nordseite) wird.

Nach der Variante 3 soll der Alte Postweg ebenfalls zur Einbahnstraße umgestaltet und einseitiges Parken ermöglicht werden. Zum Vorteil wirkt sich aus, dass – wie bei Variante 2 – keine Störung im Verkehrsfluss eintritt und breite Gehwege entstehen. Nach diesem Entwurf ist nur einseitiges Parken möglich und es fallen ca. 50 % der Stellplätze weg. Zudem besteht das Risiko von Falschparken auf der Nordseite und aufgesetzt auf dem Gehweg.

Für die Variante 2 spricht sich die Partei Bündnis 90/Die Grünen im Beirat aus. Auf Anfrage von hohwisch.de äußert sich Ralf Bohr wie folgt: »Tendenziell stimmen wir dieser Variante zu wegen der Einbahnstraßenregelung. Allerdings müssen die Rahmenbedingungen erfüllt sein. Für uns ist auch wichtig, dass mehr Areale für Fahrradstellplätze entstehen und mehr Bäume gepflanzt werden.«

Ebenfalls stimmt die Linke dem Entwurf zu. Dazu teilt Harry Rechten schriftlich mit: »Wir favorisieren Variante 2. Zum einen, weil dann eine eingängige Einbahnstraßenregelung vorhanden ist. Zum anderen, weil dadurch kaum Parkplätze wegfallen. Wir denken, das ist ein guter Kompromiss für alle Verkehrsteilnehmer.«

Auch der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) favorisiert die Variante 2 zum Ausbau des Alten Postwegs. Dazu merkt der Sprecher des Arbeitskreises Bremen-Ost, Stefan Matthaeus, an, dass Fahrradbügel an den Einmündungen platziert werden sollten.

Heinz-Hermann Hoffhenke (CDU) meint generell: »Wir werden den Ausbau unterstützen, aber nur mit dem gemeinsamen Konsens der Anwohner.«

Die SPD habe sich noch nicht festgelegt, weil die Fraktion sich noch beraten müsse, teilt Uwe Jahn auf Anfrage von hohwisch.de schriftlich mit.

Insgesamt haben sich die Beteiligten der virtuellen Anwohnerversammlung und später auch der Bauausschuss des Beirats Hemelingen für die Variante 2 ausgesprochen, die nun weiter verfolgt wird. Sie soll jetzt dem Beirat Hemelingen vorgestellt werden.

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1 Kommentar

  1. Variante 2 finde ich auch gut aber eine Einbahnstraße daraus zu machen würde ich nicht zustimmen. Ein Teil ist ja schon zur Einbahnstraße gemacht worden, ich finde das reicht.

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