Zwei Menschen sitzen an einem Tisch vor einem Ladengeschäft.
Ulrich Schacht (links) ist Kunde der ersten Stunde und sitzt mit Inhaberin Susanne Reich vor dem Kiosk Reichlich. Bild: VA / hohwisch.de

Susanne Reich freut sich schon auf den 25. Juni. An diesem Freitag nämlich feiert sie das 10-jährige Bestehen ihres Kiosks »Reichlich« an der Föhrenstraße 28. Seit 2011 gibt es den Laden. »Damals habe ich mich mit 42 Jahren selbstständig gemacht und den Kiosk eröffnet«, erzählt die Inhaberin. Den Namen hat sie von ihrem Nachnamen abgeleitet.

Mit einem Lieferservice hat Reich 1996 angefangen. »Ich habe damals mit meinem Ex-Mann den Laden ›Flaschenpost‹ im Viertel gegründet«, erinnert sie sich zurück. Drei Jahre später haben sie die »Flaschenpost« in Walle am Steffensweg eröffnet. Auf diesen Wegen sei sie dann zum Kioskbetrieb in der Föhrenstraße gekommen. Allerdings musste sie den Laden erst einmal gründlich sanieren. »Wir haben vier Monate rundum saniert. Eine neue Heizung, eine neue Elektrik, neue Fenster haben wir eingebaut. Das war schon ein Stück Arbeit.«

Von Anfang sei ihr Geschäft gut angenommen worden von den Kunden, berichtet sie glücklich. Zwei Angestellte arbeiten bei ihr, die von Anfang dabei sind. Insgesamt arbeiten mit ihr zehn Mitarbeiter:innen in dem Geschäft. Zum Sortiment des Kiosks gehören neben den üblichen Produkten wie Süßwaren, Getränke und Zigaretten auch Backwaren und belegte Snacks. Darüber hinaus verkauft ihr Team auch Telefonaufladekarten der verschiedensten Telefonanbieter, Gruß- und Postkarten. Und wer mal eben auf die Schnelle eine Zahnbürste oder Zahnpasta sucht, findet diese sowie andere Hygieneartikel auch im Bestand des Kiosks.

Kund:innen können bei »Reichlich« ebenfalls BSAG-Tickets kaufen. Ein besonderes Angebot richtet sich an die Vierbeiner. Denn Susanne Reich verkauft auch Hunde- und Katzenfutter. Zudem ist ihr Kiosk eine Lottoannahmestelle und ein DHL-Paketshop. »Wir sind mit der Zeit gewachsen. Anfangs haben wir keine DHL-Pakete entgegengenommen. Wir hatten auch keine Telefonkarten und Briefmarken«, berichtet Reich. Zudem hat sie einen Back-Shop. »Wir backen selber und belegen Brötchen selber.« Dieses Angebot werde besonders gut von den Handwerksbetrieben in der Umgebung angenommen, deren Mitarbeiter sich morgens gerne belegte Brötchen kauften. Darüber hinaus bietet das Team von »Reichlich« auch Batteriewechsel für Uhren an.

Zum Kiosk kommen besonders viele Stammkunden aus Hastedt, aber auch aus anderen Stadtteilen. Dazu gehört Ulrich Schacht, der in Peterswerder wohnt. Er ist Kunde der ersten Stunde und kommt schon seit Jahren zu »Reichlich«. »Erst habe ich nur Zigaretten gekauft und habe hier gar nicht gesessen«, erzählt Schacht. Er war in der ambulanten Pflege tätig, die im Caroline-Kettler-Haus vom Deutschen Roten Kreuz in Hastedt angesiedelt ist. »Ich hatte hier in der Föhrenstraße mehrere Patienten, und der Kiosk war immer auf meinem Arbeitsweg. Irgendwann hat Susanne einen Tisch herausgestellt und ich habe mich dort hingesetzt und einen Kaffee getrunken. So habe ich hier beim Kiosk immer eine Arbeitspause gemacht und habe dann immer eine Bockwurst mit Brötchen gegessen«, berichtet Schacht.

Er kommt sehr gerne zum Kiosk und setzt sich dort hin. »Susanne ist sehr freundlich und nett wie auch ihre Mitarbeiter:innen. Man kommt hierher und trifft immer die gleichen Leute. Das schafft Zusammenhalt.« Das beobachtet auch Susanne Reich: »Morgens sieht man immer die gleichen Leute hier: Täglich grüßt das Murmeltier. Gemischtes Publikum kommt zu unserem Kiosk. Es kommen auch viele ältere Damen, die sich mal eine Dosensuppe holen oder Wasser.« Das Aushängeschild des Kiosks sei Freundlichkeit, so Reich. »Unser Motto heißt ›der Kunde ist König‹.« Man müsse immer nett und freundlich bleiben. »Wir behandeln jeden Kunden gleich, ob Kinder oder ältere Leute. Es gibt manchmal aber auch schwierige Kund:innen.«

Den Standort ihres Kiosks hat Susanne Reich gewählt, weil er sich als Eckgeschäft gut anbiete und weil es ein gutes Wohngebiet sei, sagt die Inhaberin. Sie steht nicht nur hinter dem Tresen und verkauft, sondern macht auch die gesamte Buchhaltung ihres Betriebes und Bestellung sowie Nachbestellung. »Es ist schon ein stressiger Job, mit 50 bis 60 Stunden in der Woche. Aber mir macht die Arbeit Freude und Spaß«, sagt Reich.

Zum 10-jährigen Bestehen will Reich eine Tombola durchführen: »Wir wollen etwa 1400 Lose für einen Lospreis von einem Euro verkaufen. Als Preise gibt es Gutscheine vom Eiscafe De Luca, vom Pizzadienst Smiley, vom Pflegedienst Buurtzorg sowie Werbematerial wie Taschen und Trostpreise.« Der Erlös der Tombola wird an eine Einrichtung für Kinder gehen – ein Kinderhospiz. »Die Aktion kommt Kindern zugute«, erklärt Reich.

Sie blickt optimistisch in die Zukunft, auch vor dem Hintergrund der baldigen Schließung der Bäckerei Umbach. »Wenn die Bäckerei schließt, werden wir mehr zu tun haben. Dann muss ich natürlich mein Personal aufstocken.« Ihr Wunsch für die nächsten Jahre sei es, dass ihr Kiosk von den Kund:innen weiterhin so gut angenommen werde und dass sie so freundlich bleiben wie sie jetzt auch sind. »Mein Wunsch war es immer, dass ich meine Kinder satt bekomme und großziehen kann. Das habe ich geschafft. Und ich wünsche mir, dass ich ab und zu auch mal Urlaub machen kann.«

Reichlich
Kiosk

Montag
6:00 – 21:00
Dienstag
6:00 – 21:00
Mittwoch
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Donnerstag
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